In Memoriam Sr. M. Hilbalda Ferch

Wenige Tage nach ihrem 88. Geburtstag ist in Mallersdorf Ehrwürdige Schwester M. Hilbalda Ferch verstorben. Am vergangenen Mittwoch fanden Requiem und Beerdigung statt. Eine treue Schar Beterinnen und Beter aus Neustadt an der Donau zusammen mit Pfarrer Johannes Hofmann und 2. Bürgermeister Bernhard Rieger waren nach Mallersdorf gekommen, um mit der Schwesterngemeinschaft und den Angehörigen Sr. Hilbalda zu ihrer irdischen Ruhestätte zu begleiten. R.I.P.

 

Schwester Hilbalda stammte aus Neustadt an der Donau. Hier ist sie am 5. November 1930 auf die Welt gekommen. Sie war eine aufgeweckte junge Frau, von der es niemand vermutet oder geahnt hätte, dass Anna Ferch einmal ins Kloster gehen würde. Sie erzählte einmal, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter ihrem Vater eine Frau gesucht habe. Das klappte dann wirklich, und so war der Weg frei, ihrer Berufung nachzugehen und ins Kloster gehen zu können.

 

1947 ist sie in die Gemeinschaft der Mallersdorfer eingetreten und erhielt am 27. März 1952 das Ordenskleid und Namen Schwester Hilbalda. Sie arbeitete anfangs im Kindergarten in Landshut, absolvierte eine Studium der Sozialpädagogik und arbeitete als Jugendleiterin und Heilerzieherin. Die längste Zeit ihres Lebens verbrachte sie in Südafrika. Am 2. November 1960 nahmen vier junge Schwestern vom Mutterhaus in Mallersdorf Abschied, um dann mit dem Zug von München nach Venedig zu fahren. Am 3. November stach das Schiff nach Südafrika in See. Die Reise, die durch den Suezkanal und dann an der afrikanischen Ostküste entlangging, dauerte drei Wochen. Am 22. November 1960 legte man in Durban an, wo Bischof Bilgeri aus Eshowe schon ungeduldig auf die Schwestern aus Bayern wartete.

 

(NB: Bischof Bilgeri, ein Missionsbenediktiner von St. Ottilien, war als Waisenkind bei den Mallersdorfer Schwestern im Kinderheim  in Memmingen aufgewachsen. Er wollte in seiner südafrikanischen Diözese immer Schwestern, die er in seiner Kindheit und Jugend kennengelernt und denen er viel zu verdanken hatte.)

 

Mit einem Lastwagen ging es über holprige Wege an das Ziel der Reise.

Schwester Hilbalda sollte künftig 40 Jahre in der Burenstadt Vryheid tätig sein, wo die calvinistisch-protestantische Bevölkerung die Schwestern anfangs ablehnt, ihnen sogar feindselig begegnete. Schwester Hilbalda war Lehrerin in der Nardini-Convent-Schule und unterrichtete die Kinder der 2. Klasse. Besonders gerne gab sie Werkunterricht bei den Buben. Zudem war sie viele Jahre Oberin des Schwesternkonvents in Vryheid. Nach ihrer Pensionierung siedelte Schwester Hilbalda nach Richards Bay um, einer inzwischen großen Hafenstadt am indischen Ozean, wo die Mallersdorfer Schwestern seit 1978 einen großen Kindergarten führen.

Nach 55 Jahren in der Mission in Südafrika ist Schwester Hilbalda im Frühsommer 2015 aus gesundheitlichen Gründen nach Mallersdorf zurückgekehrt. „Ich habe es nie bereut, ins Kloster gegangen zu sein,“ sagte die Ordensfrau anlässlich ihres 85. Geburtstages. „Ich möchte keinen Tag missen!“

 

Am 12. November verstarb Schwester Hilbalda in Mallersdorf. Wir danken ihr für ihre wohltuende Güte, ihre tiefe und lange Freundschaft mit ihrer Heimatpfarrei Neustadt – St. Laurentius und alles Gute, das sie uns getan hat. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. – Am Samstag, 1. Dezember, wollen wir um 17.00 Uhr bei der Abendmesse zu Beginn des Advents in besonderer Weise für Sie beten und Eucharistie feiern. Am Samstag, 24. November, beten wir um 15.30 Uhr in der Altenheimkapelle St. Josef den Rosenkranz für Schwester M. Hilbalda.

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